Glacis in Ingolstadt

Glacis in Ingolstadt

Mit dem Begriff Glacis wird in Ingolstadt der Grüngürtel um die historische Altstadt bezeichnet. Dieser sechs Kilometer lange und 120 Hektar große Ring dient heute hauptsächlich der innerstädtischen Naherholung. Wobei das Glacis auf eine bewegte Vergangenheit zurückblickt. Die grüne Lunge der Stadt war früher eine Ebene und unbepflanzte Fläche die ein freies Schussfeld auf herannahende Feinde gewährleisten sollte. Den Bürgern der Stadt war es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts untersagt das Gelände überhaupt zu betreten, mit Ausnahme der jährlichen Grasernte.

Erst um das Jahr 1860 wurden Festungsbestandsteile und das Schussfeld begrünt, da die feindliche Artillerie sonst freien Blick und freies Schussfeld auf die Kavaliere oder den Brückenkopf gehabt hätten. Auf militärisches Geheiß wurden nun mit Pappeln und Ulmen die Konturen der Festungen getarnt. Der größte Teil der freien Flächen wurden vor allem mit Akazien, Weißdorn und Schlehen bepflanzt, da diese sehr dornig sind und intensiv wurzeln. Zum Ende des 19. Jahrhundert wurde der Glacis mit Hilfe des Gartenbauvereins neu gestaltet. Es wurde viel Wert auf Ästhetik und Optik gelegt.

Der Glacis beheimatet heute zahlreiche einheimische Tiere vor historischen Kulissen. Wenn Sie durch den Park spazieren finden Sie immer wieder malerische historische Bauten in der Natur, es gleicht einem Gang durch ein Freilichtmuseum. Die alten Festungsgebäude werden heute für Ämter, Schulen und Behörden genutzt. Um den Park auch für Familien attraktiv zu machen, wurden einige Spielplätze angelegt. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: es gibt einen Biergarten in Mitten des Naherholungsgebietes. Des Weiteren wird der grüne Ring um die Stadt genutzt um vereinzelte Kunstwerke auszustellen. Das Glacis ist ein wahres Juwel im Stadtbild von Ingolstadt.

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