24.01.2012

von B° - MK

Petroplus in Insolvenz

Der angeschlagene Raffineriebetreiber Petroplus ist pleite und bereitet sich auf die Insolvenz vor.

Petroplus geht in die Insolvenz

Der angeschlagene Schweizer Raffineriebetreiber Petroplus ist pleite und bereitet sich auf ein Insolvenzverfahren vor. Noch vor einigen Wochen hatte sich das Unternehmen mit den Kreditgebern geeignet, womit die finanziellen Mittel für den Betrieb in Ingolstadt und Coryton (England) sichergestellt wurde. Um so überraschender die Nachricht am Dienstag Vormittag – Petroplus erklärte seine Zahlungsunfähigkeit. Betroffen ist auch der Standort Ingolstadt.


Der größte unabhängige europäische Raffineriebetreiber Petroplus bereitet sich jetzt auf ein Insolvenzverfahren vor. Verhandlungen mit den Gläubigern des hoch verschuldeten Unternehmens waren demnach zuvor gescheitert. Nach eigenen Angaben soll die Insolvenz für alle Ländern, in denen Petroplus aktiv ist, beantragt werden. So auch für den Standort Ingolstadt, mehrere hundert Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Doch auch die Fernwärmeversorgung, durch die Abwärme der Raffinerie ist jetzt gefährdet. Mehrere Millionen investierten die Stadtwerke Ingolstadt vergangenen Juli in das Projekt. Was aus der Ingolstädter Raffinerie nun werden soll, ist noch unklar. Vielleicht findet sich ein Käufer, der das moderne, wirtschaftlich arbeitende Unternehmen kaufen will. Denn vergangenes Jahr ist nochmal viel Geld in die Raffinerie gesteckt worden.

Petroplus war in massive Schwierigkeiten geraten, als Ende Dezember ein Kredit von 765 Millionen Euro gesperrt worden war - es konnte kein Rohöl mehr gekauft werden, drei der fünf Raffinerien mussten vorläufig stillgelegt werden. Das Unternehmen litt an Überkapazitäten, da viele Staaten billig raffinierte Produkte aus Schwellenländern einführen. Zudem schreibt Petroplus schon seit Jahren rote Zahlen. Hinzu kam, dass Banken wegen der Eurokrise bei der Vergabe von Krediten restriktiver geworden sind. Die sehr schwierigen Bedingungen auf den europäischen Kreditmärkten und in der Raffineriebranche hätten zum Schluss eine Lösung der Probleme unmöglich gemacht, so der Konzernchef Jean-Paul Vettier in eine Presseerklärung.



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