Die Geschichte von Ingolstadt

Die Geschichte von Ingolstadt

Ingolstadt wurde im Jahre 806 zum ersten mal in der Reichteilungsurkunde von Karl dem Großen schriftlich erwähnt, wobei die eigentliche geschichtliche Bedeutung erst 1392 begonnen hat. Bayern wurde in die Herzogtümer Bayern-München, Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt geteilt und Ingolstadt wurde in diesem Zuge zur Haupt- und Residenzstadt unter Stephan dem Kneißel. Stephans Sohn, Ludwig VII begann mit dem Bau der bis heute repräsentativen Bauten des Neuen Schlosses und des Münsters. Im Jahr 1447 wurde Ingolstadt dem Herzogtum Bayern-Landshut zugesprochen. Dies war der Grundstein für die heutige Bedeutung Ingolstadts. Die Landshuter Herzöge stellten unter anderem den Bau des Neuen Schlosses fertig und gründeten 1472 die erste bayerische Universität. 1549 wurde der Jesuitenkolleg Ingolstadt gegründet, der mit Professor Johannes Eck als schärfster Widersacher der Reformation durch Martin Luther gilt. Die Universität brachte auch auf den Gebieten der Astronomie und Geographie bedeutende Persönlichkeiten wie Christoph Scheiner und Peter Apian hervor, auch die bayerische Geschichtsschreibung fand in Ingolstadt durch Johannes Aventinus seinen Ursprung.

Neben der Bildung und Wissenschaft war Ingolstadt auch im 14. und 15. Jahrhundert bereits ein Handelszentrum von wachsender Bedeutung, insbesondere Salz, Wein und Bier spielen hier eine große Rolle. Das Bier fand einen reißenden Absatz durch das in Ingolstadt geschaffene Bayerische Reinheitsgebot von Wilhelm IV. Seither dürfen nur Wasser, Hopfen und Gerste in Biere die nach dem Bayrischen Reinheitsgebot gebraut werden.

Ingolstadt war schon 1537 von wichtiger strategischer Bedeutung und wurde zur bayerischen Landesfestung ausgebaut. Weder die Truppen des schmalkaldischen Bundes noch der schwedische König Gustav II. Adolf konnten das Bollwerk der Schanz überwinden. Ingolstadt konnte bis dahin von keiner Armee eingenommen werden. Doch der Zustand der Festung wurde unter Kurfürst Karl Theodor immer schlechter da keine Gelder für die Instandhaltung zur Verfügung standen. So wurde die Landesfestung 1800 kampflos an die Truppen Napoleons übergeben und dieser ließ die Festung zerstören. Aufgrund der Bedrohung durch die Franzosen wurde die Universität ein Jahr später nach Landshut verlegt, dies währte aber nicht lange, den nach 26 Jahren zog die Uni von Landshut nach München um und ist bis heute als Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) bekannt.

Wenige Jahre nachdem Napoleon die Festungsbauwerke aus der Barockzeit zerstören ließ, wurde 1806 entschieden Ingolstadt zur königlich Bayerischen Hauptlandesfestung aufzubauen. Dies war das größte und teuerste Bauprojekt von König Ludwig I. Die Festung beheimatete 1861 fast doppelt so viele Soldaten wie Einwohner, wodurch das Militär die Entscheidungen der zukünftigen Bauten und weiteren Infrastrukturen der Stadt stark beeinflusste. So erhielt Ingolstadt 1867 einen Eisenbahnanschluss und durch die Königlich Bayerische Geschützgießerei hielt die Industrialisierung langsam ihren Einzug.

In der Zeit des ersten Weltkrieges diente Ingolstadt als Kriegsgefangenenlager. Mehr als 40.000 Soldaten lebten damals in Ingolstadt. Durch den Friedensvertrag von Versailles wurde die deutsche Armee stark reduziert und die Ingolstädter Rüstungsunternehmen wurden zur Produktionsumstellung gezwungen. Hier setzte man auf die erfolgsversprechende Herstellung von Spinnereimaschinen, die wegen der Weltwirtschaftskrise 1929 zusammenbrach. Im zweiten Weltkrieg spielte Ingolstadt eher eine geringe Rolle wobei die Stadt zahlreichen Rüstungsbetriebe beheimatet. Diese wurden bis 1945 von den alliierten Bombenangriffen verschont. Bei den folgenden Angriffen wurden zahlreiche historische Gebäude zerstört. In der Nachkriegszeit wurden die ehemaligen Festungsbauten für 5.000 Flüchtlinge und Vertriebene als Notunterkunft gebraucht, damals herrschte in Ingolstadt eine der dichtesten Wohnraumbelegungen in Bayern.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Ingolstadt zu einer modernen Industriestadt mit historischen Wurzeln. Die „Auto Union“ fand ihren Weg nach Ingolstadt und ist heute unter dem Namen AUDI AG bekannt und begeistert Millionen Kunden mit ihren Produkten. Weitere Ingolstädter Erfolgsunternehmen die global arbeiten sind Conti Temic, EADS, Media-Saturn, Petroplus und viele mehr. Ingolstadt ist nicht nur die jüngste Großstadt in Deutschland, sondern ist im demographischen-Vergleich die jüngste Stadt in Bayern.

Stadtführung in Ingolstadt

Stadtführung in Ingolstadt

Ingolstadt blickt auf 1200 Jahre bewegende Geschichte als Festungsstadt, Landesfestung und Universitätsstadt zurück. Nehmen Sie Einblick in die geschichtlichen Ereignisse und Entwicklungen der Stadt.

Teilen: